Adam–Mickiewicz–Universität

Die Geschichte der AMU reicht ins 16. Jahrhundert zurück, als der römisch­katholische Bischof Jan Lubrański 1519 die erste Akademie einer solchen Art gründete, die damals den Status einer Hochschule hatte.

Kurz darauf wurde in Posen eine weitere Hochschule gegründet, das Jesuitenkolleg (1573), das die akademischen Traditionen ihres Vorgängers fortsetzte. Der erste Rektor des Jesuitenkollegs – Jakub Wujek – war der erste Gelehrte, der die Bibel ins Polnische übersetzte.

Am 28. Oktober 1611 verlieh König Sigismund III. Vasa dem Jesuitenkolleg den Status der ersten universitären Schule in Posen. Das Privileg wurde von König Johann III. Sobieski bestätigt und die Universität in Posen funktionierte bis 1773.

In den turbulenten Jahren der polnischen Geschichte, die darauf folgten, blieben Wissenschaft und Hochschulbildung in Posen in verschiedenen Formen lebendig. Die Schlüsselrolle in diesem Prozess spielte die „Posener Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften“, die das akademische Erbe während der Zeit der polnischen Teilung pflegte – bis zur offiziellen Wiederherstellung einer ordentlichen Universität in Posen, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges 1919 erfolgte.

Nach einer Blütezeit in den 1920 und 1930er Jahren musste die Universität in Posen noch einmal in den Untergrund gehen und während des Zweiten Weltkriegs als geheime „Universität der westlichen Länder“ (1940–1944) ihre Tätigkeit konspirativ fortführen. Trotz der nationalsozialistischen Besatzung gelang es ihr, mit Hilfe von rund 300 akademischen LehrerInnen über 2.000 AbsolventInnen auszubilden. Sie riskierten ihr Leben, indem sie auf Polnisch Universitätskurse anboten, die während des Krieges verboten waren.

Die Universität nahm ihre Tätigkeit unmittelbar nach der Beendigung der Kriegshandlungen in Posen wieder auf und immatrikulierte 4.000 Studierende. Die Universität Posen, ab 1955 als Adam­-Mickiewicz-­Universität, hatte die Zeit der Strukturschwächung überstanden und gewann allmählich an Bedeutung im polnischen Hochschulsystem. Neue Entwicklungsperspektiven eröffneten sich 1989 mit dem Zusammenbruch des bisherigen politischen Systems.


Die Universität des Jahres 2020 umfasst:

  • Campus Innenstadt (Geisteswissenschaften) und Campus Morasko (Natur–­ und exakte Wissenschaften)
  • 37.630 Studierende
  • 745 ausländische Studierende
  • 78 Nationalitäten vertreten durch ausländische Studierende
  • 4 Standorte außerhalb von Posen (Kalisz, Gniezno, Piła, Słubice)
  • 228 angebotene Vollstudiengänge
  • 19 englischsprachige Vollstudiengänge

Mehr über die AMU: http://international.amu.edu.pl/